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VMware: 7 Wege aus der Kostenfalle

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Wenn es um Virtualisierungssoftware geht, gilt VMware mit Lösungen wie vSphere oder ESXi als Marktführer. Ende 2023 übernahm der US-Chipkonzern Broadcom den Virtualisierungsspezialisten für rund 69 Milliarden US-Dollar. Was folgte, war eine weitreichende Umstrukturierung mit Folgen für alle Bestandskunden.

VMware Alternative Wege aus der Kostenfalle Visualisierung

Nach der Übernahme durch Broadcom wurde der Verkauf neuer dauerhafter VMware-Lizenzen („Perpetual“) eingestellt. Kommerzielle Neulizenzen werden heute ausschließlich als sogenannte Subscriptions angeboten. Dabei handelt es sich um zeitlich befristete Abo-Modelle. Statt auf Prozessorsockeln basiert die Lizenzierung nun primär auf den vorhandenen physischen Prozessorkernen („Cores“). Dabei werden mindestens 16 Kerne pro physischer CPU angesetzt.

VMware hat zudem verschiedene Einzellösungen abgeschafft oder in wenige große Software-Pakete zusammengefasst. Gleichzeitig rückten VMware Cloud Foundation und größere Private-Cloud-Umgebungen stärker in den strategischen Fokus. Vor allem bei mittelständischen Bestandskunden sorgten die Veränderungen für Verunsicherung. Speziell die deutlich gestiegenen Kosten wurden kritisiert. Setzen Sie VMware in Ihrem Unternehmen ein, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Ihre aktuelle Lizenzsituation, die tatsächlich benötigten Funktionen und die künftig entstehenden Kosten.


Muss ich jetzt zwingend von VMware weg?

Nein, ein sofortiger Wechsel ist grundsätzlich nicht erforderlich. Bestehende Perpetual-Lizenzen funktionieren auch nach Ablauf der jeweiligen Supportverträge weiter. Sie können Ihre vCenter- und ESXi-Lösungen in diesem Fall einfach weiterhin nutzen.

Wichtig ist aber: Ist der Supportvertrag erst einmal ausgelaufen, ändern sich die verfügbaren Support-, Update- und Upgrade-Möglichkeiten. Zudem endete der allgemeine Support („General Support“) für vSphere/ESXi 7.x und vCenter 7.x bereits am 2. Oktober 2025.

Als kurze Richtlinie empfiehlt sich: Kein hektischer Aktionismus, aber eine gründliche Prüfung der vorhandenen Lizenzen, des nötigen Handlungsbedarfs und möglicher Alternativen.

Für Ihre Orientierung finden Sie im Folgenden sieben Wege, wie Sie aus der VMware-Kostenfalle entkommen können:



1. Bestehende Perpetual-Lizenzen weiterbetreiben

Sind in Ihrem Betrieb bereits Dauerlizenzen vorhanden, ist der zumindest zeitweilige Weiterbetrieb Ihrer VMware-Umgebung eine legitime Option. Es fallen zunächst keine neuen Lizenzkosten an und die Systeme sind bereits im produktiven Betrieb. Sie müssen deshalb nicht zwingend sofort auf eine andere Lösung migriert werden. Aber: Kontrollieren Sie nicht mehr unterstützte Versionen unbedingt auf Sicherheits-, Support- und Kompatibilitätsrisiken, ehe Sie sich für einen Weiterbetrieb entscheiden.

Auf diese Weise gewinnen Sie Zeit, die Sie für eine gründliche Bestandsaufnahme und die nachhaltige Planung der künftigen Virtualisierungsumgebung nutzen können. Sitzen Sie das Thema aber nicht aus, sonst holt Sie der unvermeidliche Modernisierungsdruck früher oder später mit Nachdruck ein.


2. VMware-Infrastruktur prüfen und konsolidieren

Im Zuge einer Bestandsaufnahme können Sie grundsätzliche Fragen klären, die für die künftige Ausrichtung Ihrer Virtualisierungsinfrastruktur wesentlich sind: Benötigen Sie wirklich alle vorhandenen Hosts? Gibt es mittlerweile überflüssige virtuelle Server? Ist die vorhandene Hardware für den tatsächlichen Bedarf über- oder unterdimensioniert?

Vor allem letzteres kann aufgrund der Core-basierten VMware-Lizenzierung direkte Auswirkungen auf den künftigen Lizenzbedarf und die entstehenden Kosten haben. Achten Sie neben der Wirtschaftlichkeit auch darauf, dass angestrebte Einsparungen nicht zulasten von Ausfallsicherheit und Leistungsreserven gehen. Prüfen Sie deshalb alle vorhandenen Ressourcen und stellen Sie den erforderlichen Bedarf fest, ehe Sie auf ein neues VMware-Lizenzmodell wechseln.


3. Beim aktuellen Lizenzmodell bleiben

Sie haben bereits auf aktuelle VMware-Lizenzen gewechselt und die gestiegenen Kosten in Kauf genommen? Dann ist auch hier ein Wechsel nicht immer die beste Wahl. Das gilt insbesondere, sofern Sie spezielle VMware-Funktionen benötigen oder eine Migration zu einem anderen Anbieter unverhältnismäßig teuer oder riskant wäre.

Viele sind mit den reinen Lizenzpreisen unzufrieden und denken deshalb über einen Wechsel nach. In einigen Fällen geht die Rechnung aber nicht auf: Die Lizenzkosten allein sind nur ein Teil des Aufwands, der kalkuliert werden muss. So entstehen bei einem Umstieg etwa Aufwand für Migration und Betrieb sowie letztlich auch Schulungskosten. Zudem müssen Ausfallrisiken berücksichtigt werden: Kann das Unternehmen im Notfall einen zeitweisen Ausfall der Virtualisierung hinnehmen oder sind hier kostspielige Überbrückungsmaßnahmen erforderlich?

Übersteigen Aufwand und Risiken einer Migration die erwarteten Mehrkosten des VMware-Weiterbetriebs, heißt es: Teuer ist nicht unbedingt unwirtschaftlich.


4. Server gezielt durch Cloud- oder SaaS-Dienste ersetzen

Bevor Sie an einen Hypervisor-Wechsel denken, sollten Sie sich fragen, ob Sie einzelne virtuelle Server überhaupt noch benötigen. Viele Anwendungen lassen sich relativ unkompliziert und häufig kostengünstig durch moderne Cloud- oder SaaS-Dienste ersetzen. Ob eine Cloud-Variante tatsächlich wirtschaftlicher ist, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren wie laufenden Kosten, Verfügbarkeit, Datenschutz und individuellen Anforderungen ab. Achten Sie hierbei auch auf Konsolidierungsmöglichkeiten.

Auf diese Weise reduzieren Sie bereits im Vorfeld die benötigte Virtualisierungsinfrastruktur. Können dadurch Hosts entfallen oder bei einer Erneuerung kleiner dimensioniert werden, lässt sich gegebenenfalls auch der VMware-Lizenzbedarf reduzieren. Gleichzeitig wird ein Umstieg auf eine alternative Plattform einfacher. In vielen Fällen gilt: Nicht jede VM muss auch zwingend auf die nächste Plattform mitgenommen werden.


5. Umstieg auf Microsoft Hyper-V prüfen

Falls Sie eine besonders Microsoft-geprägte Umgebung in Betrieb haben, könnte sich der Umstieg auf Microsoft Hyper-V anbieten. Hyper-V ist Bestandteil von Windows Server und kann deshalb insbesondere in bereits entsprechend lizenzierten Microsoft-Umgebungen interessant sein.

Hierbei sollten Sie aber das vorhandene Microsoft-Know-how und bereits existierende Lizenzen mit einkalkulieren. Klären Sie zudem ab, ob Sie spezielle VMware-Funktionen benötigen, die in Hyper-V möglicherweise nicht vorhanden oder darstellbar sind.


6. Umstieg auf alternative Plattformen prüfen

Der aktuelle Virtualisierungsmarkt bietet mehrere Alternativen, die in Frage kommen könnten. Dazu zählen etwa Nutanix AHV, XCP-ng, Red Hat OpenShift Virtualization oder XenServer. Je nach Unternehmensgröße, Infrastruktur und Anforderungsprofil können diese durchaus für bisherige VMware-Nutzer in Frage kommen.

Besonders wichtig: Klären Sie im Zuge einer Bestandsaufnahme alle konkreten Fakten und Ziele rund um Ihre Virtualisierungsumgebung ab. Vergleichen Sie erst dann die Fähigkeiten und Features anderer Anbieter, um einen möglichst idealen Nachfolgekandidaten zu finden. Denken Sie unbedingt daran, nicht nur die Lizenzkosten zu betrachten, sondern auch Migrationsaufwand, Hardwarekosten, Support und sonstige Kosten miteinzubeziehen. Es gibt nicht „die eine“ VMware-Alternative.


7. Zu Proxmox VE wechseln

Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen kann Proxmox VE eine interessante Alternative zu VMware darstellen. Die Open-Source-Plattform deckt die wichtigsten Aufgaben professioneller Servervirtualisierung ab, unterstützt klassische VMs und auch Linux-Container. Verschiedene Funktionen wie etwa zentrale Verwaltung per Browser, Clustering, Hochverfügbarkeit, Live-Migration sowie verschiedene Storage- und Netzwerkoptionen sind bereits an Bord.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist das unkomplizierte Preismodell: Die kostenpflichtigen Subscriptions werden nach belegten physischen Prozessorsockeln statt nach Kernen berechnet. Alle Kernfunktionen der Plattform stehen aber auch ohne kostenpflichtige Subscription zur Verfügung. Im Bedarfsfall ermöglicht sie aber unter anderem den Zugriff auf das für Produktivumgebungen empfohlene Enterprise Repository sowie – je nach Tarif – professionellen Herstellersupport. Mit einem integrierten Importverfahren für VMware-ESXi-Systeme ist auch die Migration vergleichsweise unkompliziert möglich. Dies ersetzt aber keine gründliche Planung im Vorfeld. Vor dem Wechsel sollten Sie insbesondere Anwendungen, Backup-Lösung, Storage und vorhandene Hardware auf Kompatibilität prüfen.

VMware Alternative Wege aus der Kostenfalle Diagramm

Nicht einfach umziehen: Erst prüfen, dann migrieren

Auch wenn die Kosten drücken und die Zeit gefühlt drängt: Überstürzen Sie das Migrationsprojekt nicht. Gehen Sie geplant, schrittweise und mit der nötigen Übersicht vor. Ein möglicher Ablauf könnte zum Beispiel so aussehen:

  1. Bestehende VMware-Umgebung prüfen
  2. Tatsächlich benötigte Systeme identifizieren
  3. Anforderungen und Abhängigkeiten ermitteln
  4. VMware-Weiterbetrieb mit Alternativen vergleichen
  5. Zielplattform festlegen
  6. Migration planen und testen

Falls Sie sich unsicher sind, hilft Ihnen masea jederzeit weiter. Im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs können wir Ihre Situation besprechen und bereits erste Ansatzpunkte identifizieren. Per Infrastrukturanalyse erhalten Sie eine belastbare, aktuelle Übersicht Ihrer gesamten IT- und Virtualisierungsumgebung. Zudem berät Sie masea gerne zu VMware-Alternativen und unterstützt Sie beim anschließenden Umstieg.


Fazit

VMware muss nicht um jeden Preis ersetzt werden. Manchmal ist auch der Weiterbetrieb trotz veränderter Rahmenbedingungen wirtschaftlich sinnvoll. Letztere sind aber ein sinnvoller Anlass für eine Neubewertung der Virtualisierungsumgebung. In vielen Fällen gibt es praktikable und ökonomisch attraktive Alternativen. Für kleine und mittelständische Unternehmen empfiehlt sich etwa ein Blick auf Proxmox VE. Grundlegend gilt aber: Planen Sie Ihr Migrationsvorhaben gründlich und führen Sie alle nötigen Tests durch.



René Keil IT-Systemhaus masea

Proxmox ist eine echte Alternative zu VMware: leistungsfähig, transparent kalkulierbar und ohne unnötigen Funktionsballast. Entscheidend ist aber, nicht einfach nur die Plattform auszutauschen. Prüfen Sie vielmehr genau, welche Infrastruktur Ihr Unternehmen künftig wirklich braucht.

René Keil, Inhaber des IT-Systemhauses masea


FAQ: VMware und Proxmox

Warum sind die VMware-Kosten für viele Unternehmen gestiegen?

Nach der Übernahme durch Broadcom wurden Produkt- und Lizenzmodelle grundlegend verändert. Unter anderem spielen heute Subskriptionen und eine Core-basierte Lizenzierung eine größere Rolle.


Muss ich jetzt zwingend von VMware wechseln?

Nein. Ein sofortiger Wechsel ist nicht immer notwendig. Unternehmen sollten aber prüfen, ob Kosten, Support und Funktionsumfang noch zu den eigenen Anforderungen passen.


Kann ich eine bestehende VMware-Dauerlizenz weiter nutzen?

Grundsätzlich ja. Eine unbefristete Lizenz läuft nicht automatisch ab. Allerdings können Support, Updates und spätere Versionswechsel eingeschränkt sein.


Was ist Proxmox VE?

Proxmox VE ist eine Open-Source-Plattform für Servervirtualisierung. Sie unterstützt virtuelle Maschinen und Container. Zudem sind unter anderem zentrale Verwaltung, Cluster, Hochverfügbarkeit und Live-Migration bereits integriert.


Ist Proxmox VE für Unternehmen geeignet?

Ja. Proxmox VE wird auch in professionellen Umgebungen eingesetzt und kann mit kostenpflichtigen Subscriptions und Herstellersupport betrieben werden.


Kann Proxmox VMware vollständig ersetzen?

In vielen klassischen KMU-Umgebungen ist das möglich. Ob Proxmox tatsächlich passt, hängt jedoch von Anwendungen, Hardware, Storage, Backup und den bisher genutzten VMware-Funktionen ab.


Lassen sich bestehende VMware-VMs zu Proxmox migrieren?

Ja. Proxmox VE bietet einen integrierten Importmechanismus für VMware-ESXi-Systeme. Trotzdem sollte jede Migration vorab geplant und getestet werden.

Author

Martin Hensel

Journalist und IT-Redakteur mit rund 25 Jahren Erfahrung rund um IT, Technik und Technologie. Fühlt sich zwischen Bits und Bytes wie Zuhause.